Werbach, St. Martin

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Dorf Werbach im Jahre 1200. In einer Urkunde für das Kloster Bronnbach wird der Verkauf von Gütern in Werbach durch den Würzburger Bischof auf das Kloster dokumentiert. Funde bei Ausgrabungen am Ortsrand von Werbach mit Hinweisen auf die Hallstattzeit (800 – 450 v. Chr.) zeigen aber, dass der Ort offensichtlich schon Jahrhunderte zuvor besiedelt war.
Ein Blick auf die Besitzverhältnisse Werbachs zeigt immer wieder einen Wechsel zwischen den Grafen von Rieneck und dem Erzstift Mainz. Auf die Rienecker folgten die Landgrafen von Leuchtenberg, auch die Grafen von Wertheim werden genannt.
1952 wurde Werbach vollständig der Mainzer Centherrschaft zugeschlagen. Nach einer zwischenzeitlich erfolgten Verpfändung des Dorfes an den Hochstift Würzburg für 80000 Gulden fand sich Werbach von 1690 bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahr 1803 im Besitz des Mainzer Erzbischofs. Im Jahr 1806 wurde Werbach Bestandteil des Großherzogtums Baden mit dem Amtssitz Tauberbischofsheim.
Im Jahre 2000 feierte Werbach in einer großartigen Vorstellung des früheren Lebens die erstmalige urkundliche Erwähnung vor 800 Jahren und zeigte damit, dass auch reichhaltiges Geschehen bis heute eine Gemeinde lebendig bleiben lassen kann.
Glocken St. Martin in Werbach
Glockengussdatum: 06.05.1988
Tonlage: d', Gewicht: 1600 kg, Umfang: 4,30 m, Durchmesser: 1370 mm.
Inschrift: Christus, dem Herrn, bin ich geweiht und künde es
durch alle Zeit: Er ist der Herr der Welt.
Glocke 2 „Ave-Maria-Glocke“
Glockengussdatum: 19.04.1988
Tonlage: e', Gewicht: 1050 kg, Umfang: 3,80 m, Durchmesser: 1210 mm.
Inschrift: Gruß dir, Mutter, in Gottes Herrlichkeit, dich zu rühmen
bin ich bereit: Ave Maria.
Glocke 3 „Sebastianus-Glocke“
Glockengussdatum: 29.04.1988
Tonlage: g', Gewicht: 710 kg, Umfang: 3,29 m, Durchmesser: 1030 mm.
Inschrift: Sebastian, heiliger Ortspatron, o bitt für uns vor Gottes Thron.
Glocke 4 „Martins-Glocke“
Glockengussdatum: 15.04.1988
Tonlage: a', Gewicht: 500 kg, Umfang: 2, 85 m, Durchmesser: 910 mm.
Inschrift: St. Martin, dir ist anvertraut das Gotteshaus, das wir gebaut.
Glocke 5 „Lioba-Glocke“
Glockengussdatum: 15.04.1988
Tonlage: c'', Gewicht: 370 kg, Umfang: 2,50 m, Durchmesser: 810 mm.
Inschrift: St. Lioba macht´ allen kund den Glauben hier im Taubergrund.
Die Glocken stammen aus der Karlsruher Glockengießerei.
Die Glocken stiftete Pfr. Hugo Spinner seiner Heimatgemeinde
anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums.
Pfarrkirche St. Martin
Blickt man zurück auf den Bau der heutigen Werbacher Pfarrkirche – die dem Hl. Martin geweiht ist – dann ist dabei der Name des Architekten August Mosbrugger (1802 – 1858) zu nennen, der z.B. auch die Kirche St. Venantius in Wertheim plante und baute.
In den Jahren 1841 – 1843 wurde von ihm die Werbacher Kirche gebaut, die wie eine „Ortskrone“ über dem Dorf thront. Interessant ist dabei sicher, dass in den ihm auferlegten Bedingungen dazu festgelegt war, dass die Steine zum Bau aus dem auf eigener Gemarkung befindlichen Steinbruch zu nehmen seien, der Sand sollte Mainsand aus Wertheim und Urphar sein. Leider sind im Laufe der Zeit viele beim Bau gesetzte Akzente der Ausstattung und auch der ursprüngliche „Chorraum“ ähnlich dem heute noch in St. Venantius vorhandenen – nicht mehr da; die Kirche zeigt sich aber allein durch ihre Größe im Innern als sehr beeindruckend. Im Prinzip haben wir es im Innern mit einer dreischiffigen Anlage zu tun – die Seitenschiffe sind jedoch in der Breite sehr reduziert. Insgesamt wird der Kirchenbau ganz stark vom Rundbogen beherrscht – eine Stilform, die Mosbrugger gern verwendete.
Verschiedene Statuen in der Kirche und ein großes Bild des Patrons St. Martin weisen heute noch hin auf die tiefe Verbundenheit der Gläubigen mit den Heiligen, besonders auch der Gottesmutter Maria. Die bei Sonneneinstrahlung wunderbar leuchtenden Fenster im Chorraum mit z.B. auch der Darstellung des Ortspatrons St. Sebastian, des Apostels der Deutschen St. Bonifatius und der Hl. Cäcilia bilden den Höhepunkt dieser Darstellungen.
Die Orgel von St. Martin – ein Werk der bekannten Hardheimer Orgelbauwerkstatt Vleugels – wurde im Jahre 1978 zum musikalischen Lob Gottes in Betrieb genommen und grüßt heute stolz von der Empore.
Gerade durch ihre offene, großzügige Bauweise und Gestaltung lädt die Werbacher Pfarrkirche St. Martin ein, offen für Gott und seine Botschaft zu werden.
