Großrinderfeld St. Michael

Die jetzige Pfarrkirche wurde 1775 und 1777 gebaut und ist dem heiligen Erzengel Michael geweiht. Die frühere gotische Kirche wurde somit abgerissen. Von der früheren Kirche steht noch der Glockenturm und im Chorraum findet man ein gotisches Christuskreuz. Der Bau ist barock oder – rokoko mit flacher Decke und halbkreisförmigem Apsis-Chor. Der Hochaltar hat einen sehr reichen Aufbau mit der Holzstatue des Hl. Michaels, den beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus und den Bischöfen Bonifatius und Burkhard. Umringt sind diese vier von rokoko Engelsfiguren, und Köpfchen, Blumen und Girlanden. Darüber thront ebenfalls in Holzschnitzerei die Dreifaltigkeit über den Wolken. Satan, der Fürst der Unterwelt, liegt unter dem Fuß des Erzengels Michael mit dem Flammenschwert in der Hand. Der Marienaltar in der Pfarrkirche zu Großrinderfeld ist auf der linken Seite im Schiff. Er zeigt ein Bildnis der Mutter des Herrn: das Haupt der Muttergottes wird geziert durch die 12- fache Sternenkrone und zu ihren Füßen liegt, vom Fuße der Unbefleckten Jungfrau festgehalten, die arme Welt, von der Schlange umwunden.
An ihrer Seite stehen im Pilgergewandt die hl. Erzengel St. Gabriel und St. Rafael. Neben dem Altar trägt St. Joseph das Jesuskind. Daneben befindet sich der erste Soldatenmartyrer St. Sebastian, der an einen Baum gebunden ist.
In ruhiger Hingabe ist St. Barbara am zweiten Seitenaltar zu sehen. Seite zwischen Vater und Richter wurde mit dem Blick zum Engel, der ihr die Krone der Vollendung bringt, im Bilde dargestellt. Figürlich steht sie daneben mit dem Kelch in der Hand, zur Erinnerung an die hl. Kommunion in der unterirdischen Gefängniszelle des Turms. Die Hl. Barbara ist die Patronin der schweren Artillerie und besondere Fürsprecherin in der Sterbestunde. Zur Seite stehen ihr der hl. Wendelin, der Patron gegen Viehseuchen und für gedeihliche Witterung und gute Ernte. Die hl. Katharina mit dem zerbrochenen Rad ihres Martyriums und der Pestheilige Rochus. Abschluss des Barbaraaltares ist die Heimholung der hl. Barbara in die ewige Herrlichkeit. „St. Barbara du edle Braut, Leib und Seel sei Dir anvertraut!“
An der Seitenwand der Kirche ist eine Mutter mit dem Kind im golddurchwirkten Gewand aufgestellt und am Haupteingang befindet sich die Mutter mit dem toten Leichnam des Sohnes. Von Dr. Eisele wurde 1945 eine zweite Katharina mit dem Rad der Pfarrei geschenkt. Auf der rechten Wand der Kirche steht hoch oben die Figur des leidenden Christus und eine Herz-Jesu- Figur. Die schönen wertvollen Figuren auf der Kanzel sollen nicht vergessen werden: Das Symbol des Auferstandenen mit den figürlichen Darstellungen der drei göttlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung, Liebe und die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, umringen die schöne Kanzel. Nicht vergessen sei die spätgotische Grabinschrift auf dem Stein am Haupteingang: Hans Zobel, gestorbenen 1442, und seine Frau Barbara von Groß Trockau, mit dem Doppelwappen. Auf der Kirchendecke sieht man die Weihnachtsgeschichte, sowie die Darstellung des Herrn und die Heimsuchung Mariä. Die Orgel stammt aus dem Jahre 1907 und wurde von der Firma Wilhelm Schwarz und Sohn aus Überlingen gebaut. Zur Pfarrgemeinde gehört das Pfarrhaus aus dem Jahr 1755 und der Kindergarten, der 1974 errichtet und im Jahr 1999 erweitert wurde. Von der Entstehung der Kinderkrippe und des Kindergartens in Großrinderfeld wirkten segenreich bis 1999 die Franziskanerinnen aus dem Kloster Oberzell in Würzburg.
