Gruppen und Kreise

 

"Vor Ort lebt Kirche"

"Wir müssen noch stärker als bisher auf das Engagement unserer Gemeindemitglieder setzen, ihnen Verantwortung zutrauen und ihren Fähigkeiten vertrauen. Katholische Kirche ist schließlich nicht der Pfarrer alleine, sondern die jeweilige Gemeinde vor Ort zusammen mit dem Seelsorgeteam. Schon der Apostel Paulus schreibt, dass jeder seine besonderen Gnadengaben hat."  (Raimund Sternal, 2005 bis 2016 Generalvikar im Bistum Magdeburg)
 
Viele Ehrenamtliche übernehmen in der jeweiligen Pfarrgemeinde die Verantwortung dafür, dass die Grundvollzüge der Kirche verwirklicht werden. Diese drei Grunddienste gliedern sich in die Bereiche:
1. Verkündigung
2. Liturgie
3. Diakonie
 
Es gibt ehrenamtliche Dienste und haupt- oder nebenberufliche Dienste. Diakone (mit einem anderen Hauptberuf), Organisten, Chorleiter, Mesner erhalten für ihren Dienst entsprechendes Entgelt.
Hauptberufliche pastorale Mitarbeiter (Diakone, Pastoralreferent/ Gemeindereferent/ -innen) arbeiten in der Regel in allen Grunddiensten oder gemäß ihrem Stellenumfang schwerpunktmäßig in einem der Bereiche.

Der Verkündigungsdienst

Das meint:
Christus und seine Botschaft so zu verkündigen, dass der Mensch Kirche als eine glaubende, feiernde, dienende und zugleich missionarische Gemeinschaft erlebt.
Bei diesem Dienst geht es um die Verwirklichung des Evangeliums in den konkreten Lebenssituationen. Stichworte wie Glaubensvermittlung, Glaubensweitergabe, Glaubensgespräch und Glaubenszeugnis (Gemeindekatechese) und das Verstehen und Vollziehen der Sakramente gehören hierhin (Sakramentenkatechese). Vor allem sei das Hinführen zu den Sakramenten der Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung und Ehe genannt.
Das katechetische Feld ist weit und bedarf immer wieder neu der Gewinnnung und Befähigung von Gemeindemitgliedern und Gruppen, die als "Sauerteig" in der Gemeinde wirken. Gefragt ist die Ausstrahlungskraft glaubwürdiger Mitmenschen.

Die liturgischen Dienste

"Bei den liturgischen Feiern soll jeder (...) in der Ausübung seiner Aufgabe nur das und all das tun, was ihm aus der Natur der Sache und gemäß der liturgischen Regel zukommt."
(Anmerkung: In der Regel sind dies verschiedene Personen, in einigen Gemeinden kann es jedoch auch sein, dass eine Person mehrere Dienste vereint aufgrund eines Mangels.)
Deshalb gibt es folgende verschiedene Dienste:
1. Kommunionhelfer/-in
2. Lektor/-in
3. Mesner/-in
4. Ministrant/-in
5. Organist/-in
6. Schola und Chor
7. Vorbeter/-in
8. Vorsänger/-in (Kantor/-in)

 Der diakonische Dienst (Nächstendienst)

"Grundstein und Orientierung der christlichen Gemeinde ist Jesus Christus. Jesus hat sich in seinem Leben besonders der notleidenden Menschen angenommen und sich auf ihre Seite gestellt. In diesem Dienst setzt er das Zeichen der Nähe des Gottesreiches. In seinem Leben, in seinem Denken und Handeln wird sichtbar, wie das ist, wenn eine Liebe sich durchsetzt,die menschliche Maße übersteigt: dann wird der Mensch heil."  (aus: Gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland, S. 116)
 
Der Dienst der Gemeinde kennt grundsätzlich keine Grenzen. Diakonie ist ein Dienst an Nahen und an Fernen. Not hat viele Gesichter. Not muss entdeckt werden. Hilfe kann vielseitig sein und ist ein konkreter Dienst am Nächsten. Da ist die Nachbarschaftshilfe vor Ort, ganz unspektakulär, dort ist die professionellen Hilfe der kirchlichen und kommunalen Einrichtungen wie z.B. die kirchliche Sozialstation der Caritas oder das Familienzentrum der Caritas. Pfarrgemeinden arbeiten in der Regel eng mit diesen Anbietern zusammen. Einzelhilfe, Besuchsdienste, Gottesdienste, spezielle Angebote der Frauen- und Seniorenkreise zu bestimmten Themen der "Lebenshilfe" - um nur einiges zu nennen.
Der Elisabethenverein z.B. ist eine Solidargemeinschaft, die in Großrinderfeld sich der Nöte der Menschen ganz unbürokratisch annimmt.